Welche Kosten kommen mit dem Kauf einer Immobilie einmalig auf Sie zu und mit welchen wiederkehrenden Kosten müssen Sie nach dem Kauf einer Immobilie rechnen?

Kosten beim Kauf einer Immobilie

Zusätzlich zum vereinbarten Kaufpreis, müssen Käufer mit bis zu 15% Nebenkosten rechnen.

Unter die Kaufnebenkosten fallen Maklergebühr, Grunderwerbssteuer und Notarkosten. Wenn Sie die Immobilie nach erfolgreichem Abschluss des Kaufvertrages noch sanieren, modernisieren oder renovieren möchten können hier nochmals zusätzliche Kosten anfallen, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Maklergebühren

Die Maklerkosten schwanken je nach Bundesland zwischen ca. 3 und 7 % des Kaufpreises. Diese muss entweder komplett vom Käufer gezahlt werden oder Verkäufer und Käufer teilen sich die Kosten je zur Hälfte.

Grunderwerbsteuer

Ein weiterer Kostenpunkt der nicht unterschätzt werden darf ist die Grunderwerbssteuer. Diese wird von den Ländern erhoben und kann bis zu 6,5% vom Kaufpreis betragen. In Baden-Württemberg liegt sie derzeit bei 5,0%. Bei einer Immobilie die 350.000€ kostet sind das 17.500€, die zusätzlich auf den Kaufpreis oben drauf gelegt werden müssen. Hier lohnt es sich also, wenn man bei der Gestaltung der Verträge etwas Kreativ ist. Da nur das Grundstück versteuert werden muss, können bei einem Neubau für das Haus und für das Grundstück zwei separate Verträge abgeschlossen werden. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie kann das Inventar das der Käufer übernimmt, aus dem Kaufpreis heraus gerechnet werden. Somit wird die Steuerlast ebenfalls reduziert.

Notarkosten

Beim Kauf einer Immobilie kommt man um den Besuch beim Notar nicht herum. Wird die Immobilie über eine Bank finanziert, so verlangt diese meist eine Grundschuld. Die Grundschuld wird durch den Notar in das Grundbuch eingetragen. Außerdem entwirft der Notar den Kaufvertrag und verfolgt die Abwicklung des Geschäftes. Hierfür erhält er ein gesetzlich geregeltes Honorar, das ca. 2% Prozent des Kaufpreises beträgt.

Professionelles Gutachten

Beim Wert der Immobilie verschätzen sich die meisten Besitzer. Für einen Käufer kann es sich lohnen, den Preis zu hinterfragen. Für einen Laien ist es allerdings schwer erhebliche Schäden zu erkennen, um den Kaufpreis neu zu verhandeln. Somit kommen viele Käufer um ein professionelles Gutachten nicht herum. Ein Gutachten hat allerdings seinen Preis und liegt je nach Aufwand bei 1.000€ – 3.000€.

Energetische Sanierung

Durch die Energieeinsparverordnung werden enge Grenzwerte für den Energieverbrauch von Gebäuden gesetzt. Ältere Immobilien können diese Grenze oft nicht einhalten. Daher kann es passieren, dass die neuen Eigentümer nach dem Einzug die Dämmung, die Heizungsanlage oder die Fenster erneuern müssen. Diese Kosten liegen meist bei mehreren Zehntausend Euro.

Instandhaltung

Beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung sollten Sie sich vorneweg einen Einblick in die letzten Protokolle der Eigentümerversammlungen verschaffen. Hier ist ersichtlich, welche Sanierungen am Gebäude vorgenommen wurden und welche Sanierungen in Zukunft noch anstehen. Wichtig ist auch ein Blick auf die Instandhaltungsrücklagen. Liegen die letzten Instandhaltungsmaßnahmen einige Jahre zurück und sind kaum Instandhaltungsrücklage gebildet, werden höchstwahrscheinlich in Zukunft größere Kosten auf Sie zukommen. Sie sollten sich hier deshalb vorab einen guten Überblick schaffen, sodass hier keine bösen Überraschungen warten.

Kommunale Gebühren

Zu den klassischen Nebenkosten gehört die Grundsteuer, Gebühren für die Müllentsorgung und Gebühren für die Abwasserentsorgung. Manche Kommunen erheben zusätzlich eine Beteiligungsgebühr für die Sanierung und den Bau angrenzender Straßen. Die Höhe dieser Forderung richtet sich an der Größe des Grundstückes und kann bis zu 40€ pro Qm betragen. Die drohenden Kosten können Sie in der örtlichen Beitragssatzung der Gemeinde nachlesen.

Versicherungen

Um im Schadensfall nicht vor dem Ruin zu stehen, benötigen Eigentümer einen umfassenden Versicherungsschutz. Sollte das Eigenheim finanziert werden, fordert die Bank meist mindestens eine Gebäudebrandversicherung als Sicherheit. Allerdings ist Empfehlenswert, dass Gebäude zusätzlich noch gegen Sturm, Hagel, Leistungswasser und Elementarschäden zu versichern. Auch eine Hausratversicherung sollte immer abgeschlossen werden. Sie versichert das gesamte Inventar. Weitere Versicherungen sind die Haftpflichtversicherung, Glasversicherung, Photovoltaikversicherung, etc. Am besten lassen Sie sich hier von einem Versicherungsvermittler beraten.

Laufende Ausgaben

Vor dem Kauf einer Immobilie, sollten Sie sich immer einen Überblick über Ihre laufenden Kosten machen. Zu den Kosten, die mit einem Eigenheim auf Sie zukommen, müssen Sie nämlich noch die Kosten des Alltags einkalkulieren.

Die Anschlussfinanzierung

Beim Abschluss einer Finanzierung wird der Zins meist für 10 bis 15 Jahre gebunden. Doch was ist danach? Nach Ablauf der Zinsbindung müssen Sie erneut mit Ihrer Bank über eine Anschlussfinanzierung sprechen. Durch die steigenden Zinsen kann sich die monatliche Belastung hier verdoppeln. Dies sollte im Vorfeld immer mit einkalkuliert werden.