Scheidung: Worauf Sie beim Verkauf einer Immobilie achten müssen

Jede zweite Ehe endet in einer Scheidung – eine schwierige Situation für beide Ehepartner. Denn nun stellen sich viele Fragen: Was passiert mit dem gemeinsamen Zuhause? Ist ein Verkauf oder eine Auszahlung sinnvoll? Und was müssen Sie dabei beachten? Damit Sie in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren, geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen an die Hand.

Immobilie verkaufen nach einer Scheidung:
Die 5 wichtigsten Schritte

Regelung prüfen bei Scheidung

Liegt kein Ehevertrag vor, gilt nach einer Heirat die sogenannte Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, im Falle einer Trennung wird das gemeinsam in der Ehe erworbene Vermögen zwischen den beiden Partnern aufgeteilt. Für die Immobilie heißt das konkret: Wurde das Objekt während der Ehe erworben, gehören beiden Partnern jeweils 50 Prozent.

Immobilienwert ermitteln

Faktoren wie die Lage eines Objektes oder der bauliche Zustand bestimmen den Wert einer Immobilie. Damit Sie entscheiden können, was mit der gemeinsamen Immobilie passiert, müssen Sie zunächst den Hauswert ermitteln. Dazu können Sie einen Makler oder Gutachter hinzuziehen.

Verkauf oder Auszahlung

Sobald Sie den Wert der Immobilie kennen, sollten Sie sich entscheiden, wie Sie
vorgehen wollen. In den meisten Fällen gibt es zwei Möglichkeiten:

Auszahlung

Sie möchten gerne weiterhin in Ihrem bisherigen Zuhause wohnen? In diesem Fall müssen Sie jedoch Ihren Expartner ausbezahlen. Hierfür müssen Sie einen Notar aufsuchen. Dieser beurkundet die Übertragung des Eigentums. Der ausbezahlte Partner sollte anschließend aus dem Grundbuch und aus eventuellen Darlehen gestrichen werden.

Verkauf

Einfacher ist es jedoch meist, die gemeinsame Immobilie zu verkaufen und das Vermögen anschließend aufzuteilen. Auch in diesem Fall sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen.

Darlehen und Verbindlichkeiten

Wer die Immobilie über einen Kredit finanziert, muss diesen auch nach der Trennung gemeinsam bedienen. Im Falle einer Ausbezahlung ist einer der Partner fortan allein für die Tilgung des Kredits verantwortlich. Sprechen Sie dies am besten vor der Übertragung mit Ihrem Kreditgeber ab.

Steuern

Sollten Sie Ihren Partner ausbezahlen und die Immobilie selbst behalten wollen,
müssen Sie zwei steuerliche Aspekte beachten:

Grunderwerbsteuer

Diese kann schnell einige tausend Euro betragen. Steht die Überschreibung jedoch im Zusammenhang mit der Trennung, wird diese nicht fällig.

Spekulationssteuer

Diese können Sie vermeiden, wenn Sie das Haus oder die Wohnung im Verkaufsjahr und den zwei vorherigen Kalenderjahren selbst bewohnt haben.

Immobilie verkaufen nach einer Scheidung: Fazit

Wer sich im Falle einer Scheidung über das Wohneigentum streitet, riskiert erhebliche finanziellen Verluste. Daher ist es wichtig, schnell Lösungen zu finden. Ein Experte kann Sie über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und als Vermittler dienen.

Ein weiterer Tipp:
Falls Sie sich dafür entscheiden, das gemeinsame Haus zu verkaufen, sollte dies am besten noch im Trennungsjahr geschehen. Denn desto früher Sie mit der Suche nach einem Käufer beginnen, desto höher fällt der Verkaufspreis meist aus. Zeitdruck ist in den meisten Fällen ungünstig.

Sie stehen gerade vor einer Scheidung und möchten Ihre Immobilie verkaufen? Jetzt informieren!